Klimaschutz an der Universität zu Lübeck

Der Weg zu einer klimaneutralen Hochschule

Nachhaltigkeit und Klimaschutz haben angesichts der globalen Entwicklungen in den vergangenen Jahren zurecht eine immer größere Rolle in der Gesellschaft eingenommen. Auch die Universität zu Lübeck möchte sich als öffentliche Einrichtung und Forschungstreiber der Region der Erwartungshaltung an ihre Vorbildfunktion stellen und Verantwortung im Bereich Klimaschutz übernehmen.

Um diesem Vorhaben gerecht zu werden, wurde 2022 erstmalig eine Initialberatung zum Thema Klimaschutz durchgeführt. Anfang 2025 erfolgte dann der Startschuss für die Entwicklung eines eigenen Klimaschutzkonzeptes für die Universität, um einen möglichst passgenauen Fahrplan zur Klimaneutralität aufzeigen zu können. Im Fokus stehen dabei 11 zentrale Handlungsfelder, in welchen die Universität aktiv ihren Teil zum Klimaschutz beitragen möchte.

Diese Seite bietet Ihnen einen Überblick über die klimarelevanten Daten der Universität zu Lübeck, zukünftige Entwicklungsprognosen, aktuelle Prozesse und Möglichkeiten zur Mitgestaltung.

Daten & Fakten


Die Universität zu Lübeck fällt durch ihren Gebäudebetrieb und energieintensive Forschungsarbeit unter die Energie-Großverbraucher. Die Energiebilanz soll daher einen Überblick über die Entwicklung des Energieverbrauchs (Strom + Wärme) sowie eine Übersicht über die eingesetzten Energieträger geben.

Im Jahr 2024 hat die Universität zu Lübeck insgesamt ca. 25.507 MWh kombiniert an Strom und Wärme verbraucht. Inkludiert sind hierbei alle Gebäude des Campus sowie die zwei externen Liegenschaften in der Innenstadt (Hochschulsportzentrum + IMGWF), für die externen Anmietungen konnten keine verlässlichen Daten erhoben werden.

Im Rahmen der Klimaschutzkonzepterstellung wurde für das Jahr 2023 erstmalig eine Treibhausgasbilanz aufgestellt. Die Bilanz wurde mit dem speziell für Hochschulen entwickelten Tool „KliMax“ (Version 5.0) angefertigt und betrachtet ebenfalls Emissionen aus vor- und nachgelagerten Prozessen, wie z.B. den Fertigungs- und Entsorgungsaufwand von Ökostromprodukten, technischen Geräten oder Fortbewegungsmitteln. Insgesamt konnten für 14 der insgesamt 16 Kategorien Daten aufbereitet und verwertet werden.

Die Emissionen der Universität lagen nach Regiomix-Ansatz für das Jahr 2023 bei insgesamt 4.902,14 t CO2-Äquivalenten. Größte Emissionsfaktoren sind der Energiebezug (Strom: 852 t, Wärme: 1.647 t), die Pendelmobilität (1.146 t) und die Dienstreisen der Universität (577 t).

 

Die Treibhausgasbilanz der Universität zu Lübeck orientiert sich am internationalen Standard des Greenhouse Gas Protocols. Der Standard umfasst alle relevanten Treibhausgase, setzt Anspruch an die qualitativen Merkmale der Daten und unterteilt die Emissionen bei der Auswertung in sog. Scopes. 

Scope 1 umfasst dabei direkte Emissionen aus Verbrennungsprozessen auf dem Campus (Heizprozesse, Fuhrpark), Scope 2 Emissionen aus indirekten energiebedingten Emissionen (Strom, Fernwärme) und Scope 3 sonstige indirekte Emissionen, wie z.B. Dienstreisen, Pendelmobilität, Ab-/Wasser oder bezogene Waren & Dienstleistungen.

Bei der Darstellung der Scope 2 Emissionen ist für eine bessere Vergleichbarkeit mit anderen Einrichtungen außerdem eine geteilte Darstellung erforderlich, welche die Scope-2-Emissionen einmal nach dem deutschen Bundesmix und einmal nach dem tatsächlich konsumierten Stromprodukt (=Regiomix) unterteilt (sog. Dual Reporting).

  • Fuhrpark: Aktuell umfasst der Fuhrpark der Universität insgesamt 18 Fahrzeuge – 5 davon rein elektrisch & Tendenz steigend
  • Dienstreisen: Im Jahr 2023 wurden insgesamt 1314 Dienstreisen über das Reisekostenprogramm eingereicht – häufigstes Verkehrsmittel war hierbei die Reise per Bahn mit knapp 59%
  • Pendelmobilität: Insgesamt legte die Universitätsgemeinschaft mit den verschiedensten Verkehrsmitteln im Jahr 2023 täglich über 68.900 km pro Tag zurück – das entspricht pro Tag knapp 1,7x der Länge des Äquators
  • Ressourcennutzung: Die Universität hat 2023 insgesamt über 26.000 m³ Wasser bezogen, 23 t Papier verbraucht & ca. 82 t Abfall verursacht
     

Handlungsfelder

Ermöglicht werden soll die Treibhausgasreduktion durch einen breiten, auf die Universität zugeschnittenen Maßnahmenkatalog. Der Fokus liegt hierbei prioritär auf allen identifizierten, treibhausgasintensiven Aktivitäten der Universität. Um ein möglichst ganzheitliches Bild abzugeben wurden außerdem noch weitere Bereiche identifiziert, die sich beispielsweise auf Kommunikationsmaßnahmen oder die Integration in die Lehre & Forschung fokussieren.

Im Folgenden können Sie die 11 Handlungsfelder einsehen. Nach Veröffentlichung des fertigen Klimaschutzkonzepts Mitte 2026 können hier außerdem zentrale Maßnahmen & Ansatzpunkte eingesehen werden.

Energie, Gebäude & Betrieb

Steigerung der Energieeffizienz, verbessertes Flächenmanagement und Maßnahmen in den Bereichen Kältemittel, Abfall und Abwasser

Erneuerbare Energien

Ausbau Energieerzeugung auf dem Campus (z.B. durch PV) sowie langfristige Planung für den Ausbau und Erhalt einer regenerativen Energieversorgung

Mobilität

Verringerung der Emissionen aus dem universitären Fuhrpark, der Pendelmobilität sowie den Dienst- und Studierendenreisen

Beschaffung

Entwicklung & Anpassung von Richtlinien, Reduktion der in der Bilanz erfassten Beschaffungsgegenstände

IT-Infrastruktur

Etablierung von Green-IT-Konzepten, Reduktion der in der Bilanz erfassten IT-Beschaffungen

Klimaanpassung

Entsiegelung von Flächen, Durchführung von Resilienzmaßnahmen auf dem Campus

Lehre & Studium

Integration von Klimaschutz & Nachhaltigkeit in die Lehre & ins Studium

Forschung & Laborbetrieb

Reduzierter Ressourcenverbrauch im Laborbetrieb, Förderung von Forschung mit Nachhaltigkeits-/Klimaschutzbezug

Kommunikation & Transfer

Strukturierte und regelmäßige Kommunikation des Fortschritts bzgl. Nachhaltigkeit und Klimaschutz, Initiierung von Aktionen & Beteiligungsformaten

Governance & Controlling

Steuerung & Kontrolle des Fortschritts, Systematische Verankerung & Verstetigung der Thematik in den universitären Strukturen

Regionaler Austausch

Prüfung für Synergien mit umgebenden Einrichtungen, Stärkung des regionalen Austauschs

Projekt „KSI: Erarbeitung eines integrierten Klimaschutzkonzepts für die Universität zu Lübeck“

Die Erarbeitung des Klimaschutzkonzepts wird im Zeitraum vom 01.01.2025 bis zum 31.12.2026 über die Kommunalrichtlinie des Bundesministeriums für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMUKN) unter dem Förderkennzeichen 67K26674 gefördert. Dabei handelt es sich um ein ursprünglich auf Kommunen ausgerichtetes Förderprogramm, welches die systematische Senkung von Treibhausgasemissionen unterstützt. Die Universität befindet sich dabei im sogenannten Erstvorhaben (Nr. 4.1.8a) des Förderprogramms, welches die Erarbeitung von integrierten Klimaschutzkonzepten begleitet.

Entwickelt werden soll ein passgenauer Fahrplan für die Universität zu Lübeck, um ihre treibhausgaswirksamen Emissionen reduzieren und langfristig Klimaneutralität erreichen zu können.

Ziel ist außerdem eine langfristige Verankerung der Thematik und das Schaffen eines gesamtuniversitären Bewusstseins für die Themen Nachhaltigkeit und Klimaschutz, darüber hinaus bietet es aber auch diverse Potentiale für einen effizienteren und kostensparenderen Betrieb.

Bereits 2019 ist die Hochschulallgemeinheit aktiv für mehr Nachhaltigkeit an der Universität eingetreten. Die daraus entstandene Initiative mündete schlussendlich im Green Office der Universität, welches erstmalig eine zentrale Anlaufstelle für alle Nachhaltigkeitsthemen darstellte.

Struktureller Startschuss für die Klimaschutzbemühungen der Universität war dabei außerdem eine extern beauftragte Initialberatung zur Thematik, aus welcher der Antrag für diese Förderung schlussendlich hervorging. Mit Start des Jahres 2025 wurde das Fördervorhaben begonnen, im Falle einer erfolgreichen Bewilligung des Konzepts beim Projektträger besteht außerdem die Möglichkeit zu einer weiteren Anschlussförderung.

Begleitet wird das Projekt durch die HIS-HE GmbH sowie weiterer interner Hochschul-AGs.

Das Klimaschutzkonzept besteht aus insgesamt neun inhaltlichen Teilen sowie diversen Anforderungen an den allgemeinen Anfertigungsprozess. Unter den inhaltlichen Teil fallen beispielsweise eine Treibhausgasbilanzierung, die Festlegung von Klimazielen sowie daraus ausgerichtete Entwicklungsszenarien, einem nach zentralen Handlungsfeldern gegliederten, partizipativ angefertigtem Maßnahmenkatalog, sowie Strategien für Verstetigung, Kommunikation, Öffentlichkeitsarbeit und Controlling. Darüber hinaus gibt es während des Erstellungsprozesses diverse Anforderungen an die Kommunikation, die Beteiligungsformate sowie fest einzuhaltende Zwischendeadlines.

Nach Fertigstellung des Konzepts beginnt dann dann die Planung für die Anschlussförderung sowie die Umsetzung der beschlossenen Maßnahmen.

Kontakt

Henrik Schneider
Klimaschutzmanager / Projektleitung
+4945131011411henrik.schneider@uni-luebeck.de