Modul PF3650-KP05

Palliative Care und geriatrische Pflege (PCgP)


Dauer

1 Semester

Angebotsturnus

Jedes Sommersemester

Leistungspunkte

5

Studiengang, Fachgebiet und Fachsemester:

  • Bachelor Pflege 2025, Pflicht, Evidenzbasierte Pflegepraxis, 6. Fachsemester

Lehrveranstaltungen:

  • PF3650-S: Pflegeprozesse in palliativen und geriatrischen Pflegesituationen planen, steuern und evaluieren (Seminar, 2 SWS)
  • PF3650-V: Palliativmedizin/ Schmerztherapie (Vorlesung, 2 SWS)

Workload:

  • 60 Stunden Präsenzstudium
  • 90 Stunden Selbststudium

Lehrinhalte:

  • Modelle des Alterns (Physiologie, Psychologie, Soziologie, Pflegewissenschaft u.a.)
  • Theoretische Modelle und aktuelle Forschungsergebnisse zur Selbstpflege/zum Selbstmanagement bei chronischen Erkrankungen: Determinanten und Strategien
  • Ziele und Prinzipien der palliativen Pflege und Versorgung, Palliativmedizin, Palliativversorgung, Palliativpflege und Hospiz
  • Pflegerelevante Probleme bei häufig vorkommenden chronischen Erkrankungen im Alter und in palliativen Versorgungssituationen : krankheitsspezifische Ursachen/Begründungen, pflegerisches Assessment, gemeinsame Zielsetzung mit Betroffenen, evidenzbasierte Patienteninformation und gemeinsame Entscheidungsfindung, pflegerische Interventionen und Maßnahmen im Rahmen der pflegerischen Mitwirkung bei medizinischer Diagnostik und Therapie, Parameter für die Evaluation individueller Verläufe
  • Geriatrisches Assessment bzw. Assessment häufiger pflegerelevanter Probleme bei älteren Menschen bezogen auf Mobilität, Kognition, Verhalten, Ernährung, Ausscheiden, Schmerzen u.a. Aspekte der Pflegebedürftigkeit: diagnostische Kriterien, Reliabilität, Validität und Anwendbarkeit der Assessmentverfahren
  • Pflegerische und multiprofessionelle Interventionen bei häufigen pflegerelevanten Problemen bei älteren Menschen bezogen auf Mobilität, Kognition, Verhalten, Ernährung, Ausscheiden, Schmerzen u.a. Aspekte der Pflegebedürftigkeit: Theorien und aktuelle evidenzbasierte Empfehlungen
  • Bedeutung und Schwerpunkte der interprofessionellen Zusammenarbeit in der Versorgung älterer Menschen mit chronischen und multiplen Erkrankungen, z. B. Polypharmazie und Vermeidung potenziell ungeeigneter Medikamente
  • Interprofessionelle Zusammenarbeit und Methoden der ethischen Entscheidungsfindung in der multiprofessionellen palliativen Versorgung
  • Zusammenarbeit mit An- und Zugehörigen

Qualifikationsziele/Kompetenzen:

  • Wissen und Verstehen Wissensverbeiterung / -vertiefung: o Die Studierenden können physiologische, psychologische und soziologische Modelle und Theorien des Alterns beschreiben und erklären. o Sie können theoriebasiert mögliche altersbedingte Schutzfaktoren und Risiken für die Entstehung und die individuelle Bewältigung von Pflegebedürftigkeit erklären. o Sie können die Folgen häufig vorkommender chronischer Erkrankungen im Alter für die Entstehung von Pflegebedürftigkeit und bzw. Selbstpflegebeeinträchtigungen erläutern. o Sie können die Begriffe Palliativversorgung, palliative Pflege und Palliativmedizin definieren, Gemeinsamkeiten identifizieren und Unterschiede benennen. o Sie können häufige in palliativen Versorgungssituationen auftretende bzw. vorherrschende körperliche, psychische, soziale und spirituelle Bedürfnisse der Betroffenen und deren Familien benennen und erläutern. o Sie können nach dem Stand der Wissenschaft empfohlene Maßnahmen zur pflegerischen und multiprofessionellen Unterstützung und Linderung benennen und erläutern.
  • Wissensvertiefung: o Sie können Einflussfaktoren auf und Strategien für die krankheitsbezogene Selbstpflege bei chronischen und multiplen Erkrankungen älterer Menschen auf der Basis entsprechender theoretischer Modelle und empirischer Ergebnisse erläutern und kritisch reflektieren. o Sie sind in der Lage, populationsspezifisch aktuelle evidenzbasierte Empfehlungen für pflegerische und die multiprofessionelle Versorgung älterer Menschen mit chronischen und multiplen Erkrankungen zu recherchieren sowie diese hinsichtlich der Gültigkeit und Anwendbarkeit zu beurteilen. o Sie können krankheitsübergreifend relevante pflegerische Assessment- und Interventionsverfahren für häufig vorkommende pflegerelevante Probleme in den Bereichen Mobilität, Kognition, Verhalten, Schmerzen, Ernährung, Ausscheidung sowie allgemeiner pflegerischer Unterstützungsbedarf nennen, erklären und problemspezifisch kritisch reflektiert auswählen.
  • Wissensverständnis: o Sie können allgemeine aktuelle Wissensbestände der Pflegewissenschaft und der Bezugswissenschaften, auch im Hinblick auf Ethik und Kommunikation, kritisch hinsichtlich ihrer Eignung für Erklärung individueller Bedarfslagen älterer Menschen mit chronischen und multiplen Erkrankungen oder in palliativen Versorgungssituationen reflektieren und geeignete Schlussfolgerungen hinsichtlich der Anwendbarkeit und Priorisierung im Pflegeprozess ziehen.
  • Nutzung und Transfer o Sie können auf der Basis o.g. Wissensinhalte den Pflegeprozess für ältere Menschen mit chronischen und mehrfachen Erkrankungen oder in palliativen Versorgungssituationen in allen Prozessstufen evidenzbasiert planen, organisieren, durchführen, steuern und evaluieren. o Sie sind im Rahmen der o.g. Pflegeprozessverantwortung in der Lage, situationsspezifische Anforderungen an die pflegerische Information, Beratung und Anleitung, die Kommunikation mit den Betroffenen und die Zusammenarbeit mit allen an der Versorgung Beteiligten zu erkennen und adäquat zu berücksichtigen. o Sie leiten aus den o.g. Wissensinhalten Anforderungen an die Qualitätssicherung und -entwicklung, sowie an die Rolle des Pflegeberufs für diese Versorgungssituationen ab.
  • Kommunikation und Kooperation o Sie verfügen über Handlungsstrategien, die sie zur frühzeitigen und effektiven Einbeziehung der und Zusammenarbeit mit allen anderen an der Versorgung beteiligten Personen(gruppen) befähigen. o Ihr Kommunikations- und Kooperationsverhalten ist geprägt von den Prinzipien der personenzentrierten Pflege und Versorgung.
  • Wissenschaftliches Selbstverständnis/Professionalität o Sie verstehen pflegerische Aufgaben in der Versorgung älterer Menschen bzw. von Menschen in palliativen Versorgungssituationen als einen wesentlichen gesellschaftlichen Auftrag des Pflegeberufes. o Sie identifizieren sich mit diesem Auftrag und vertreten ihn sowohl innerhalb ihres Berufes als auch nach außen.

Vergabe von Leistungspunkten und Benotung durch:

  • Schriftliche staatliche Prüfung
  • Klausur

Modulverantwortliche:

  • Prof. Dr. Katharina Silies

Lehrende:

Literatur:

  • Kuhlmey A, Rentenln-Kruse (Hrsg.) : Praxiswissen Gerontologie und Geriatrie kompakt Reihe Bd. 1 ff. - De Gruyter, Berlin
  • Steffen-Bürgi B, Schärer-Santschi E, Monteverde S, Staudacher D. (Hrsg.) : Lehrbuch Palliative Care 3., vollst. überarb. u. erw. Aufl. - Hogrefe, Bern, 2017
  • Willkomm M (Hrsg.) : Praktische Geriatrie. Klinik - Diagnostik - Interdisziplinäre Therapie 2., vollst. überarb. u. erw. Aufl. - Thieme, Stuttgart, 2016

Sprache:

  • Wird nur auf Deutsch angeboten

Bemerkungen:

Zulassungsvoraussetzungen zur Belegung des Moduls:
- PF1151-KP05 Einführung in die Pflegepraxis 1
- PF1651-KP05 Einführung in die Pflegepraxis 2
- PF2151-KP06 Pflegerische Diagnostik und Interventionen in speziellen Versorgungssituationen 1
- PF2152-KP06 Pflegerische Diagnostik und Interventionen in speziellen Versorgungssituationen 2
- PF3200-KP08 Pflegerische Diagnostik und Interventionen in speziellen Versorgungssituationen 3
- PF2654-KP08 Pflegerische Diagnostik und Interventionen in speziellen Versorgungssituationen 4


Zulassungsvoraussetzungen zur Teilnahme an Modul-Prüfung(en):
- Erfolgreiche Teilnahme am Testat

Modulprüfung(en):
- PF3650-L1: Akutpflege, Klausur, 120 min, 100% der Modulnote, schriftlicher Teil der staatlichen Prüfung gemäß § 35 Absatz 2 Satz 1 Pflegeberufe-Ausbildungs- und Prüfungsverordnung (PflAPrV), primäre Prüfungsbereiche 2, 4, 5 und 6

(Anteil Institut für Sozialmedizin und Epidemiologie - Sektion für Forschung und Lehre in der Pflege an V ist 100%)
(Anteil Institut für Sozialmedizin und Epidemiologie - Sektion für Forschung und Lehre in der Pflege an S ist 100%)

Letzte Änderungen:

23.06.2025