Modul PF2654-KP08
Pflegerische Diagnostik und Interventionen in speziellen Versorgungssituationen 4 (PfDiInt4)
Dauer
1 Semester
Angebotsturnus
Jedes Sommersemester
Leistungspunkte
8
Studiengang, Fachgebiet und Fachsemester:
- Bachelor Pflege 2025, Pflicht, Evidenzbasierte Pflegepraxis, 4. Fachsemester
Lehrveranstaltungen:
- PF2654-Ü: Evidenzbasierte Pflege bei häufigen Gesundheitsproblemen 3 (Übung, 1 SWS)
- PF2654-V: Pflegerische Diagnostik und Interventionen in spezieller chirurgischer Versorgung (Vorlesung, 1 SWS)
- PF2655-V: Pflegerische Diagnostik und Interventionen in der perinatalen und frühkindlichen Versorgung (Vorlesung, 1 SWS)
Workload:
- 30 Stunden Selbststudium
- 45 Stunden Präsenzstudium
- 165 Stunden Integrierte Praxisstunden
Lehrinhalte:
- Pflegerische Diagnostik (Beobachtungskriterien und -methoden, Assessmentinstrumente, Fachtermini aus pflegerischen und multiprofessionellen Klassifikationssystemen, z.B. NANDA und ICF) bei pflegebedürftigen Menschen aller Altersstufenmit Erkrankungen und gesundheitlichem Versorgungsbedarf häufig vorkommender Krankheitsbilder aus den medizinischen Fachbereichen Angiologie und Gefäßchirurgie, Urologie, Dermatologie, Thoraxchirurgie, Gynäkologie und Geburtshilfe
- Evidenzbasierte Planung, Durchführung, Steuerung, Koordination und Evaluation von pflegerischen Maßnahmen für Menschen mit häufig vorkommenden Krankheitsbildern aus den medizinischen Fachbereichen Angiologie und Gefäßchirurgie, Urologie, Dermatologie, Thoraxchirurgie und Gynäkologie
- Evidenzbasierte Planung, Durchführung, Steuerung, Koordination und Evaluation von pflegerischen Maßnahmen in der Versorgung von Neugebogenen und ihren Familien
- Theoretische und empirische Grundlagen pflegerischer Handlungsstrategien mit hoher Relevanz in der Versorgungspraxis (entweder wegen häufig vorkommender Anwendungsindikationen oder breiter Rezeption und Anwendung unabhängig von der Anwendungsindikation) sowie Handlungsabläufe und Anwendungstechniken der genannten Handlungsstrategien: Kontinenzförderung, chronische Wunden (jeweils unterschiedliche Altersgruppen), Sturzprävention
- Indikationen für sowie Abläufe und mögliche Komplikationen von speziellen Maßnahmen der medizinischen Diagnostik und Therapie, die pflegerische Mitwirkungsaufgaben bei der Vorbereitung, Durchführung und/oder Nachbeobachtung/-betreuung bzw. eigenständige erweiterte pflegerische Heilkunde-Aufgaben beinhalten, insbesondere Tracheostoma, Kompressionstherapie, spezielle Wundversorgung (einschließlich Verordnung von Hilfsmitteln und Medizinprodukten), Uro- oder Ileostoma, Umgang mit Thoraxdrainagen
- Konzepte und Prinzipien der Rehabilitation in den oben genannten medizinischen Fachbereichen, Anforderungen an das pflegerische Handeln im Rehabilitationskontext bei ausgewählten Krankheitsbildern
- Anforderungen an das pflegerische Handeln in Versorgungskontexten außerhalb der stationären Akutversorgung, insbesondere in der ambulanten Versorgung (ambulanter Pflegedienst, frühe Hilfen und weiterer niederschwelliger Versorgungsangebote) und der stationären Langzeitversorgung
Qualifikationsziele/Kompetenzen:
- Wissensverbreiterung/-vertiefung: Die Studierenden haben ein breites Verständnis der krankheits- bzw. situationsspezifischen pflegebezogenen Probleme und Bedürfnisse pflegebedürftiger Menschen unterschiedlicher Altersstufen mit o.g. Erkrankungen bzw. gesundheitlichem Versorgungsbedarf in (hoch)komplexen, akuten und dauerhaften Pflegesituationen
- Wissensverbreiterung/-vertiefung: Sie kennen und verstehen spezifische Instrumente und Methoden für die Erfassung der krankheits- bzw. situationsspezifischen pflegebezogenen Probleme und Bedürfnisse pflegebedürftiger Menschen unterschiedlicher Altersstufen mit o.g. Erkrankungen bzw. Zuständen (v.a. Schwangerschaft, Geburt). Sie überblicken die Anwendungsbereiche dieser Instrumente und Methoden und sind sich der zu berücksichtigenden Anforderungen gemäß den Prinzipien der evidenzbasierten Diagnostik bewusst.
- Wissensverbreiterung/-vertiefung: Sie kennen und verstehen die Indikationen für sowie die Handlungsabläufe und potenziellen Komplikationen von spezifischen Pflegeinterventionen bei pflegebedürftigen Menschen aller Altersstufen mit o.g. Erkrankungen bzw. Zuständen (v.a. Schwangerschaft, Geburt). Sie haben ein Verständnis von der Art und Güte der zugrunde liegenden Wissensbestände.
- Wissensverbreiterung/-vertiefung: Sie kennen und verstehen die Indikationen für und die Abläufe und möglichen Komplikationen von speziellen Maßnahmen der medizinischen Diagnostik und Therapie, die pflegerische Mitwirkungsaufgaben oder erweiterte pflegerischer heilkundliche Aufgaben bei der Vorbereitung, Durchführung und Nachbeobachtung und -betreuung umfassen (s. Lehrinhalte).
- Wissensverbreiterung/-vertiefung: Sie kennen und verstehen grundlegende Konzepte und Prinzipien der Rehabilitation bei Menschen aller Altersgruppen mit o.g. Erkrankungen und gesundheitlichen Einschränkungen und erkennen die besonderen Anforderungen an das pflegerische Handeln im Rehabilitationskontext.
- Wissensverbreiterung/-vertiefung: Die Studierenden kennen relevante Inhalte der evidenzbasierten Beratung und Anleitung von zu pflegenden Menschen und ihren Bezugspersonen und können diese individuell auf den Bedarf anwenden, insbesondere bei Menschen mit chronischen Wunden/Stoma sowie in der Stillberatung/perinatalen Beratung von Müttern und Familien.
- Wissenschaftliches Selbstverständnis/Professionalität: Die Studierenden begründen das eigene Handeln auf der Grundlage wissenschaftlicher Erkenntnisse, vor dem Hintergrund von Gesetzen und Verordnungen sowie ethischen Leitlinien und Werthaltungen. Sie sind in der Lage, Unterschiede zwischen evidenzbasiertem Wissen und beobachteter Praktiken zu erkennen und kritisch hinsichtlich beeinflussender Faktoren zu reflektieren sowie mögliche Konsequenzen für die künftige Rolle als Bachelor-qualifizierte Pflegefachperson abzuleiten.
- Nutzung und Transfer: Die Studierenden sind in der Lage, evidenzbasiert die Planung, Organisation, Gestaltung, Durchführung, Steuerung und Evaluation von komplexen oder hochkomplexen Pflegeprozessen bei Menschen unterschiedlicher Altersstufen in den o.g. Fachgebieten und den Fachgebieten aus vorherigen Modulen der evidenzbasierten Pflegepraxis durchzuführen. Dies schließt die Fähigkeit ein, die vorliegenden Informationen zum pflegerischen Unterstützungsbedarf sowie bestehende pflegerische Versorgungsarrangements o.g. pflegebedürftiger Menschen kritisch hinsichtlich ihrer Vollständigkeit, Güte bzw. Angemessenheit zu prüfen und bei Bedarf weitere Informationen zur genauen Bewertung des Unterstützungsbedarfs oder zur Ableitung von Vorschlägen für die Versorgungsanpassung einzuholen.
- Nutzung und Transfer: Die Studierenden können auf der Basis ärztlicher Diagnosen folgende Tätigkeiten im Bereich der pflegerischen Mitwirkung oder der eigenständigen erweiterten pflegerischen Heilkunde sicher nach den Standards evidenzbasierter Medizin und Pflege vorzubereiten, durchzuführen und hinsichtlich der intendierten und ggf. adversen Effekte zu beobachten: Verbandwechsel bei Tracheostoma, Kompressionstherapie, spezielle Wundversorgung (einschließlich Verordnung von Hilfsmitteln und Medizinprodukten) bei chronischen Wunden, Uro- oder Ileostoma, Umgang mit Thoraxdrainagen (jeweils inkl. Assessment)
- Kommunikation und Kooperation: Sie können bei der Planung der pflegerischen Versorgung für pflegebedürftige Menschen o.g. Zielgruppen die Perspektiven und Belange anderer (ggf. anschließend) an der Versorgung Beteiligter einbeziehen. Insbesondere sind sie imstande, familiäre Bezugs- und/oder Pflegepersonen angemessen in die Gestaltung des Pflegeprozesses einzubeziehen.
- Kommunikation und Kooperation: Sie sind in der Lage, die besonderen Anforderungen an das pflegerische Handeln in der Versorgung pflegebedürftiger Menschen unterschiedlicher Altersstufen außerhalb des Akutkrankenhauses zu erfassen und die pflegerischen Aufgaben bei der Überleitung der Betroffenen von einem Versorgungssetting in ein anderes auszuführen.
- Wissenschaftliches Selbstverständnis/Professionalität: Die Studierenden gestalten vorbehaltene Tätigkeiten wie die Erhebung und Feststellung des Pflegebedarfs verantwortlich aus und positionieren pflegewissenschaftliche Erkenntnisse im intra- und interdisziplinären Team. Bei der Ausübung von Mitwirkungstätigkeiten oder erweiterten heilkundlichen Aufgaben beachten sie die Grenzen ihrer fachlichen, wirtschaftlichen, ethischen und rechtlichen Verantwortung.
Vergabe von Leistungspunkten und Benotung durch:
- Klausur
Modulverantwortliche:
Lehrende:
- Institut für Sozialmedizin und Epidemiologie - Sektion für Forschung und Lehre in der Pflege
- Klinik für Urologie
- Klinik für Augenheilkunde
- Prof. Dr. Katrin Balzer
- Dr. rer. hum. biol. Christine Herr
- Katrin Schütz, MScPH
- Magdalena Scheytt, MScPH
- Melanie Kruschinski, B.Sc.
- MitarbeiterInnen des Instituts
- Sabrina Pöschel, B.A.
- Prof. Dr. med. Axel Merseburger
- Prof. Dr. med. Salvatore Grisanti
Literatur:
- siehe aktueller Modulplan im Moodle-Kurs :
Sprache:
- Sowohl Deutsch- wie Englischkenntnisse nötig
Bemerkungen:
Zulassungsvoraussetzungen zur Belegung des Moduls:- keine
Zulassungsvoraussetzungen zur Teilnahme an Modul-Prüfung(en):
- Erfolgreiche Teilnahme an Präsenzübungen (OSCE) sowie an einer Praxisbegleitung (pädiatrischer Versorgungskontext)
Modulprüfung(en):
- PF2654-L1: Pflegerische Diagnostik und Interventionen in speziellen Versorgungssituationen 4, Klausur, 100% der Modulnote
(Anteil Institut für Sozialmedizin und Epidemiologie - Sektion für Forschung und Lehre in der Pflege an V ist 50%)
(Anteil Klinik für Urologie an V ist 25%)
(Anteil Klinik für Augenheilkunde an V ist 25%)
(Anteil Institut für Sozialmedizin und Epidemiologie - Sektion für Forschung und Lehre in der Pflege an Ü ist 100%)
Letzte Änderungen:
17.12.2025