Prof. Dr. Sören Krach
Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie
Kurzprofil
Sören Krach ist Professor im Social Neuroscience Lab der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie an der Universität zu Lübeck. Der Psychologe erforscht, wie Menschen Überzeugungen und Vorstellungen über sich selbst entwickeln und aufrechterhalten. Im Mittelpunkt seiner Arbeit steht, wie Emotionen, Motive und Erwartungen diese Lernprozesse beeinflussen und wie das Gehirn Feedback verarbeitet, um daraus zu lernen. Ziel ist es, die zugrunde liegenden Mechanismen besser zu verstehen und daraus neue Ansätze für die klinische Forschung abzuleiten.
Darüber hinaus beschäftigt er sich mit Fragen der Wissenschaftsforschung: Er untersucht, wie Strukturen in der Forschungsförderung entstehen und den wissenschaftlichen Diskurs prägen, und ob Verfahren wie Lotterien bei der Vergabe von Forschungsgeldern dazu beitragen können, mehr Chancengerechtigkeit zu schaffen.
Arbeitsschwerpunkte
- Soziale Lernprozesse: Erforschung, wie Menschen durch Erfahrungen und soziale Interaktionen lernen, Überzeugungen entwickeln und wie Emotionen diese Prozesse im Gehirn beeinflussen
- Psychiatrische Erkrankungen: Analyse, wie verzerrte Lernprozesse zur Entstehung und Aufrechterhaltung psychischer Erkrankungen beitragen
- Meta-Science und Forschungsförderung: Untersuchung von Forschungsstrukturen und Open-Science-Ansätzen sowie Erforschung neuer Verfahren wie Lotterien bei der Vergabe von Forschungsgeldern zur Förderung von Chancengerechtigkeit
Medienformate
- TV-Interviews
- Radio/Podcast
- Print/Online-Interviews
- Hintergrundgespräche
Anwendungs- und Gesellschaftsbezug
Sören Krachs Forschung trägt dazu bei, zentrale Mechanismen zu verstehen, durch die Überzeugungen entstehen, aufrechterhalten und verändert werden. Dies ist sowohl für die klinische Praxis, etwa im Kontext von Depressionen oder Angststörungen, als auch für gesellschaftliche Prozesse – beispielsweise die Entstehung rigider und polarisierter Überzeugungen – von großer Relevanz. Ein besseres Verständnis dafür, wie Menschen zu ihren Selbstbildern gelangen und welche Rolle Emotionen, Motive und Vorannahmen dabei spielen, ermöglicht gezieltere und wirksamere Interventionen. Langfristig eröffnet dies die Möglichkeit, Lern- und Umlernprozesse systematisch zu fördern und psychische sowie gesellschaftliche Resilienz zu stärken.