Prof. Dr. Jonas Obleser
Institut für Psychologie
Kurzprofil
Jonas Obleser ist Professor für Physiologische Psychologie an der Universität zu Lübeck. Der studierte Psychologe und promovierte Neurowissenschaftler erforscht, wie das Gehirn Geräusche verarbeitet und wie Menschen auch unter schwierigen Hörbedingungen bedeutungsvolle Informationen aus Geräuschen und Sprache gewinnen. Ein Fokus seiner Arbeit liegt darauf, wie sich Veränderungen, etwa im Altern, aber auch bei Hörverlust, Tinnitus oder psychischen Erkrankungen, auf Wahrnehmung und Verhalten auswirken.
Zuvor leitete er eine Forschungsgruppe am Max-Planck-Institut und war in Konstanz, Leipzig und London tätig. Seine Forschung wurde bisher unter anderem vom Europäischen Forschungsrat (ERC) und der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) gefördert.
Arbeitsschwerpunkte
- Hören und Hörwahrnehmung: Erforschung, wie das Gehirn Klänge und Sprache verarbeitet und auch unter schwierigen Bedingungen versteht
- Neurowissenschaftliche Grundlagen: Untersuchung der Gehirnprozesse, die Wahrnehmung, Entscheidung und Verhalten steuern
- Sprache und Kommunikation: Erforschung, wie Menschen gesprochene Sprache erkennen, interpretieren und verstehen
- Aufmerksamkeit und Wahrnehmung: Untersuchung, wie das Gehirn relevante von irrelevanten Reizen unterscheidet und gezielt Informationen auswählt
- Mensch–Maschine–Umwelt-Interaktion: Erforschung des Zusammenspiels zwischen Gehirn, Technologie und Umwelt bei der Verarbeitung von Informationen
Medienformate
- TV-Interviews
- Radio/Podcast
- Print/Online-Interviews
- Hintergrundgespräche
Anwendungs- und Gesellschaftsbezug
Die Forschung trägt dazu bei, besser zu verstehen, wie Menschen hören, zuhören und Informationen aus Geräuschen und Sprache verarbeiten – auch unter schwierigen Bedingungen oder im Alter. Dies ist besonders relevant bei Hörverlust und für gesundes Altern, da eine gute Hörfähigkeit entscheidend für Kommunikation, soziale Teilhabe und Lebensqualität ist. Gleichzeitig gewinnt das Zusammenspiel von Mensch und Technologie zunehmend an Bedeutung: Erkenntnisse aus der Forschung helfen, den Umgang mit neuen Entwicklungen wie Künstlicher Intelligenz besser zu verstehen und deren Auswirkungen auf Wahrnehmung und Kommunikation einzuordnen.