Prof. Dr. Frieder Paulus
Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie
Kurzprofil
Frieder Paulus ist Psychologe und Neurowissenschaftler sowie Professor für Computational Psychiatry an der Universität zu Lübeck. In seiner Forschung untersucht er die neurobiologischen Grundlagen sozialer Interaktionen, insbesondere zu Emotionen wie Peinlichkeit und Stolz sowie sozialen Lernprozessen. Dabei verbindet er neurowissenschaftliche Methoden mit computergestützten Modellen, um zu verstehen, wie komplexe Phänomene wie Empathie im Gehirn entstehen. Ein besonderer Fokus liegt auf den Ursachen und Folgen sozialer Isolation sowie deren Bedeutung für psychische Erkrankungen. Ziel seiner Arbeit ist es, menschliches Verhalten besser zu verstehen und daraus neue Ansätze für die klinische Praxis abzuleiten. Darüber hinaus engagiert er sich für methodisch fundierte Forschung und Open-Science-Prinzipien.
Arbeitsschwerpunkte
- Soziale Emotionen: Erforschung der neurowissenschaftlichen Grundlagen von Emotionen wie Scham, Stolz und Peinlichkeit sowie ihrer Bedeutung für psychische Erkrankungen
- Empathie und Perspektivübernahme: Untersuchung, wie Menschen die Gedanken und Gefühle anderer verstehen und in sozialen Interaktionen gemeinsam handeln
- Open Science und Meta-Science: Analyse der Belastbarkeit wissenschaftlicher Ergebnisse und Untersuchung, wie Strukturen im Wissenschaftssystem Forschung und Verhalten beeinflussen
Medienformate
- TV-Interviews
- Radio/Podcast
- Print/Online-Interviews
- Hintergrundgespräche
Anwendungs- und Gesellschaftsbezug
Störungen der sozialen Interaktion und soziale Isolation sind relevante gesellschaftliche Probleme mit weitreichenden Folgen für die körperliche und psychische Gesundheit. Die Forschung von Frieder Paulus trägt dazu bei, die zentrale Bedeutung sozialer Emotionen und sozialer Interaktionen stärker ins fachliche und öffentliche Bewusstsein zu rücken. Durch methodisch rigorose Ansätze unter Einbezug von Open-Science-Prinzipien leistet sie einen konkreten Beitrag zur Verbesserung der Qualität und Verlässlichkeit der Forschung in diesem Bereich. Damit liefert sie nicht nur tiefere Einblicke in gesellschaftliche Phänomene wie „Fremdscham“, sondern unterstützt auch ein besseres Verständnis klinischer Störungsbilder und gibt wichtige Impulse für die Weiterentwicklung des Wissenschaftssystems.