Prof. Dr. Anja Miriam Boos
Klinik für Plastische, Rekonstruktive und Ästhetische Chirurgie
Kurzprofil
Anja M. Boos ist Professorin an der Universität zu Lübeck und Direktorin der Klinik für Plastische, Rekonstruktive und Ästhetische Chirurgie, Handchirurgie und Schwerbrandverletztenzentrum am Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Campus Lübeck. Zuvor war sie an der RWTH Aachen als stellvertretende Klinikdirektorin und leitende Oberärztin tätig. Ihre Forschungsschwerpunkte liegen an der Schnittstelle von rekonstruktiver Chirurgie, Gewebezüchtung und regenerativer Medizin. Ein besonderer Fokus liegt auf der Entwicklung von künstlichem Ersatzgewebe sowie der Züchtung künstlicher Blut- und Lymphgefäße. Für ihre translationalen Arbeiten in der regenerativen Medizin wurde sie 2018 mit dem Wissenschaftspreis der Deutschen Gesellschaft für Plastische, Rekonstruktive und Ästhetische Chirurgie ausgezeichnet.
Arbeitsschwerpunkte
- Mikrochirurgische Rekonstruktion nach Tumor oder Trauma: Wiederherstellung von Form und Funktion nach Tumoroperationen oder schweren Verletzungen
- Brustrekonstruktion mit Eigengewebe: Rekonstruktive Verfahren nach Brustkrebsoperationen, auch bei komplexen Ausgangssituationen
- Lymphödem und lymphatische Rekonstruktion: Operative Behandlung von Lymphödemen und Wiederherstellung des Lymphabflusses durch mikrochirurgische Verfahren
- Lymph-Tissue-Engineering: Entwicklung neuer Ansätze zur Regeneration von Lymphgefäßen und perspektivisch lymphatischem Gewebe für zukünftige therapeutische Anwendungen
- Regenerative Medizin und künstliches Ersatzgewebe: Forschung an bioartifiziellem Gewebe, Stammzell-basierten Verfahren und translationalen Konzepten zwischen Labor und klinischer Anwendung
Medienformate
- TV-Interviews
- Radio/Podcast
- Print/Online-Interviews
- Hintergrundgespräche
Anwendungs- und Gesellschaftsbezug
Die Forschung von Prof. Boos ist besonders relevant für Patientinnen und Patienten komplexen Gewebeverlusten nach Krebs, Unfällen oder Verbrennungen sowie mit Lymphödemen. Ziel ist es, die Regeneration geschädigten Gewebes gezielt zu fördern und neue Ansätze für den Ersatz von Gewebe zu entwickeln. Dadurch können rekonstruktive Eingriffe funktioneller, nachhaltiger und individueller gestaltet werden.