Modul GW4430-KP05
Neurophysiologische Grundlagen von Schmerz und multimodale interdisziplinäre Therapie (NeuphSch)
Dauer
1 Semester
Angebotsturnus
Jedes Wintersemester
Leistungspunkte
5
Studiengang, Fachgebiet und Fachsemester:
- Master Gesundheits- und Versorgungswissenschaften 2025, Wahlpflicht, Interprofessionelle Versorgung und Forschung bei Schmerz, 1. Fachsemester
Lehrveranstaltungen:
- GW4430-V: Neurophysiologie von Schmerzen (Vorlesung, 2 SWS)
- GW4430-S: Multimodale interdisziplinäre Schmerztherapie (Seminar, 2 SWS)
Workload:
- 60 Stunden Präsenzstudium
- 90 Stunden Selbststudium und Aufgabenbearbeitung
Lehrinhalte:
- Anatomie: Nervenfasertypen, Nozizeptoren, Mechanorezeptoren, Synapse, Rückenmark, Thalamus, kortikale und subkortikale Strukturen einschließlich Hirnstamm, Großhirnrinde, laterales und mediales Schmerzsystem auf- und absteigende Schmerzbahnen
- Physiologie: Aktionspotential, Ruhemembranpotentiale, Ionenkanäle, Second-Messenger-Systeme, Transduktion, Phosphorylierung, Gentranskription, Neuroplastizität, Neurotransmitter
- Gehirnnetzwerke: Default Mode Network, Salienznetzwerk, sensomotorisches Netzwerk
- Placebo-/Nocebomechanismen
- Periphere und zentrale Sensibilisierungsprozesse
- Bedeutung der interprofessionellen Zusammenarbeit für ein effektives Schmerzmanagement
- Rollen und Verantwortlichkeiten verschiedener Gesundheitsberufe im Schmerzmanagement
- Festlegung von Zielen, die spezifisch, messbar, erreichbar, relevant und zeitlich festgelegt sind (SMART-Ziele)
- Pain Neuroscience Education als Behandlungsform
- Strategien zur Unterstützung des Selbstmanagements
- Digitale Gesundheitsressourcen (z. B. eHealth, Telemedizin) zur Unterstützung des Selbstmanagements
- Unterschiede zwischen aktiven (z. B. Bewegungstherapie, Verhaltenstherapie) und passiven (z. B. manuelle Therapie, Elektrotherapie) Behandlungsansätzen
Qualifikationsziele/Kompetenzen:
- Wissen und Verstehen: Die Studierenden können die die Definitionen der International Association for the Study of Pain (IASP) zu verschiedenen Schmerzmechanismen benennen.
- Wissen und Verstehen: Die Studierenden können erklären, welche anatomischen Strukturen, physiologischen und biologischen Prozesse an der Wahrnehmung und Modulation von nozizeptiven Reizen beteiligt sind.
- Wissen und Verstehen: Die Studierenden verstehen den Beitrag von biologischen, psychologischen und sozialen Faktoren bei der Schmerzchronifizierung und bewerten deren Einfluss auf das individuelle fallbezogene Schmerzerleben und beschreiben diese.
- Einsatz, Anwendung und Erzeugung von Wissen, Nutzung und Transfer: Die Studierenden können Betroffenen die komplexen und mehrdimensionalen Mechanismen einer Schmerzerfahrung analysieren und erläutern.
- Einsatz, Anwendung und Erzeugung von Wissen, Nutzung und Transfer: Sie können die individuelle Einflussfaktoren auf das Schmerzerleben, wie Ablenkung, Gewöhnung (Desensibilisierung), körperlicher Aktivität, Placebo/Nocebo bewerten und diese in das Patientenmanagement integrieren.
- Einsatz, Anwendung und Erzeugung von Wissen, Nutzung und Transfer: Sie können unterschiedliche Muster von nozizeptiven, neuropathischen und noziplastischen Schmerzen erkennen und interpretieren und ihr klinisches Handeln auf den jeweils dominanten Schmerzmechanismus anpassen.
- Einsatz, Anwendung und Erzeugung von Wissen, Nutzung und Transfer: Sie können geeignete Strategien und Maßnahmen zur Förderung von körperlicher Aktivität, Selbstwirksamkeit und Nachhaltigkeit unter Berücksichtigung psychosozialer Faktoren beurteilen und wenden diese anwenden.
- Einsatz, Anwendung und Erzeugung von Wissen, Nutzung und Transfer: Sie kennen relevante Therapieoutcomes und können diese evaluieren.
- Kommunikation und Kooperation: Die Studierenden können mit Patient*innen unterstützend kommunizieren
- Kommunikation und Kooperation: Sie können individualisierte Edukation zu Gesundheitswissen und Schmerzmechanismen als Bestandteil der Therapie durchführen
- Kommunikation und Kooperation: Sie können den therapeutischen Prozess dokumentieren.
- Wissenschaftliches Selbstverständnis und Professionalität: Die Studierenden können den therapeutischen Prozess einschließlich der individuellen und professionellen Grenzen reflektieren.
- Wissenschaftliches Selbstverständnis und Professionalität: Sie können eine professionelle Haltung tolerierender Akzeptanz und ggf. professioneller Abgrenzung gegenüber Menschen mit anderen Wertesystemen für den Kontext der Therapie entwickeln.
- Wissenschaftliches Selbstverständnis und Professionalität: Sie können den Bedarf interprofessioneller Zusammenarbeit evaluieren.
- Kommunikation und Kooperation: Sie können die eigene innere Haltung, Wertedifferenzen und die eigene emotionale Belastung reflektieren.
Vergabe von Leistungspunkten und Benotung durch:
- Klausur
Modulverantwortliche:
- Prof. Dr. Kerstin Lüdtke
Lehrende:
- Institut für Gesundheitswissenschaften
- Klinik für Anästhesiologie und Intensivmedizin
- Institut für Sozialmedizin und Epidemiologie - Sektion für Forschung und Lehre in der Pflege
- PD Dr. rer. hum. biol. Tibor Szikszay
- PhD Waclaw Adamzyk
- M.Sc. Adrian Roesner
- Priv.-Doz. Dr. rer. nat. Ulrike Kaiser
Literatur:
- Moseley, L. G., & Butler, D. S. : Explain Pain Supercharged South Australia: Noigroup Publications (2017)
- Butler, D. S. & Moseley, L. G. : Schmerzen verstehen Springer Verlag (2016)
- World Health Organisation : International Classification of Diseases 11th Revision (ICD-11). Geneva (2022)
- Louw, A. : Pain Neuroscience Education: Teaching People About Pain 2nd Edition Orthopedic Physical Therapy Products (2018)
- International Association For The Study Of Pain : Declaration of Montreal - Declaration that Access to Pain Management Is a Fundamental Human Right (2015)
Sprache:
- Sowohl Deutsch- wie Englischkenntnisse nötig
Bemerkungen:
Zulassungsvoraussetzungen zur Belegung des Moduls:- Keine
Zulassungsvoraussetzungen zur Teilnahme an Modul-Prüfung:
- Keine
Modulprüfung:
- GW4430-L1: Neurophysiologische Grundlagen von Schmerz und multimodale interdisziplinäre Therapie, Klausur, 90 Minuten, 100 % der Modulnote
Letzte Änderungen:
31.01.2025